Am 4. März luden wir von YSA gemeinsam mit der internationalen Wirtschaftskanzlei DLA Piper zu einer Diskussionsveranstaltung in Wien. Unter dem Titel „Kapitalmarkt 2026 & Verantwortung Next Gen“ ging es um eine zentrale Frage: Wie übernimmt die nächste Generation Verantwortung – für ihr eigenes Vermögen, aber auch für die Entwicklung des Kapitalmarkts?
Nach der Eröffnung durch Birgit Kraml (DLA) und Dominik Huber (YSA) folgten Keynotes von Christian Temmel und Florian Prischl (DLA) mit wertvollen Impulsen zu den historischen und aktuellen Entwicklungen am Kapitalmarkt.
Im Mittelpunkt aber standen zwei Persönlichkeiten, die bereits selbst in jungen Jahren Verantwortung in großen Aktiengesellschaften übernommen haben: Samuel Kapsch, COO von Kapsch TrafficCom AG, und Michael Strauss, Aufsichtsrat der UBM Development AG. Beide gaben Einblicke in ihre Karrierewege und schilderten, welche Erfahrungen und Entscheidungen den Weg in Führungspositionen prägen. Heute bekleiden sie Führungs- und Aufsichtsfunktionen in börsennotierten Unternehmen mit starken familiären Kernaktionären. Florian Beckermann (IVA), der die Diskussion moderierte, ging dabei auch auf einen persönlichen Moment ein: Wie verlief eigentlich das Gespräch mit ihren Vätern, als erstmals die Frage im Raum stand, ob und wie sie Verantwortung im Unternehmen übernehmen wollen? Während keinerlei Druck dahingehend ausgeübt wurde, war aber zumindest der Wunsch ihrer Väter nach einer zügigen Entscheidung groß. Laut Michael Strauss durfte er sich dafür immerhin eine ganze Minute Bedenkzeit nehmen.
Anlässlich der Frage, wo sie ihre Unternehmen in 5 Jahren sähen, vermittelte Samuel Kapsch einen spannenden Blick auf die Geschichte und die Entwicklung der Kapsch TrafficCom AG. Er erläuterte anhand der Unternehmensgeschichte, wie wichtig Anpassungsfähigkeit und strategische Neuausrichtung in einem dynamischen Marktumfeld ist. Ein langfristiger Unternehmenserfolg sei fast immer mit der Fähigkeit verbunden, Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln und auf veränderte Rahmenbedingungen frühzeitig zu reagieren.
In der Diskussion wurde auch schnell klar, dass Österreich beim Thema Kapitalmarkt noch erhebliches Aufholpotenzial hat. Auch Fragen wie diese standen im Raum: Wie kann Kapitalveranlagung breiteren Bevölkerungsschichten zugänglich gemacht werden? Gerade für junge Anleger wird Investieren zunehmend zur Notwendigkeit. Angesichts eines unter Druck stehenden Pensionssystems wird private Vorsorge immer wichtiger. Wer früh beginnt, langfristig zu investieren, schafft die Grundlage für finanzielle Stabilität. Mit Young Shareholders Austria möchten wir auf diesem Weg unterstützen. Wir fördern Austausch zwischen Unternehmen, Investoren und Studierenden und helfen, Finanzthemen verständlicher zu machen.
Denn eines ist klar: Ein attraktiver Kapitalmarkt braucht selbstbestimmte junge Investoren – und junge Investoren brauchen Zugang, Wissen und Orientierung.
Kolumne im Börsen Kurier Nr. 11 am 13. März 2026 veröffentlicht von Dominik Huber












